Haakon öffnet Skaugum: Kronprinz überrascht mit Vermietung direkt neben der königlichen Residenz und sorgt für heftige Diskussionen
Es gibt Orte auf dieser Welt, die für die Öffentlichkeit wie uneinnehmbare Festungen wirken – geschützt durch dichte Hecken, eiserne Tore und eine Aura der absoluten Unzugänglichkeit. Es sind jene geschichtsträchtigen Plätze, an denen über Jahrzehnte hinweg das Schicksal von Königshäusern besiegelt, private Familienmomente zelebriert und politische Entscheidungen im Verborgenen getroffen werden. Das norwegische Königshaus hat mit seinem traditionsreichen Anwesen Skaugum stets genau so einen abgeschirmten Rückzugsort dargestellt. Doch nun bricht eine Nachricht über Skandinavien herein, die selbst eingefleischte Royal-Experten und treue Beobachter der Monarchie fassungslos zurücklässt. Kronprinz Haakon hat eine Entscheidung getroffen, die im ganzen Land für einen gewaltigen Aufschrei und endlose Spekulationen sorgt: Er öffnet das streng bewachte Anwesen und lässt offiziell neue Mieter auf das historische Gelände einziehen. Wer schon immer davon geträumt hat, Tür an Tür mit dem norwegischen Thronfolger zu leben, bekommt jetzt tatsächlich die Gelegenheit dazu – vorausgesetzt, das nötige Kleingeld und eine Menge Neugier sind vorhanden.
Um die enorme Tragweite dieser überraschenden Entwicklung zu verstehen, muss man einen Blick auf die Bedeutung des Ortes werfen. Seit dem Jahr 2003 ist Skaugum das unangefochtene Zuhause von Kronprinz Haakon und Kronprinzessin Mette-Marit. Hinter den massiven Toren dieser traditionsreichen Residenz spielt sich ein Großteil des geschützten Familienlebens ab, fernab des grellen Blitzlichtgewitters der Öffentlichkeit und der ständigen medialen Beobachtung. Normalerweise bleibt dieser Bereich hermetisch abgeriegelt, um den Royals die Privatsphäre zu garantieren, die ihnen als Menschen zusteht. Umso erstaunlicher ist es daher, dass die Verwaltung des Kronprinzenpaares nun gleich zwei unterschiedliche Wohnobjekte direkt auf dem Anwesen öffentlich zur Vermietung ausgeschrieben hat. Damit bricht Haakon mit gewohnten Mustern und gewährt Einblicke in Sphären, die bislang strengstens tabu waren.

Besonders im Fokus der Aufmerksamkeit steht dabei das größere der beiden angebotenen Häuser, das sich in absolut exklusiver und privilegierter Lage befindet. Es liegt in unmittelbarer Nachbarschaft zur privaten Residenz des Kronprinzenpaares – genau dort, wo normalerweise kein unbefugter Fuß den Boden berührt. Das freistehende Einfamilienhaus bietet stolze 287 Quadratmeter Wohnfläche, die sich großzügig auf zwei Etagen verteilen. Dazu gehört ein weitläufiges, naturbelassenes Grundstück sowie ein separates Vorratshaus, das den historischen Charme des Anwesens unterstreicht. Wer hier einzieht, mietet nicht einfach nur vier Wände an, sondern kauft sich quasi in den inneren Zirkel der norwegischen Monarchie ein. Doch der exklusive Luxus hat natürlich seinen Preis: Rund 34.000 norwegische Kronen – umgerechnet etwas mehr als 3.000 Euro – werden monatlich für diese außergewöhnliche Immobilie fällig. Eine saftige Summe, die jedoch angesichts der spektakulären Nachbarschaft für wohlhabende Interessenten kaum eine Hürde darstellen dürfte.
Doch damit nicht genug an Aufregung, denn das Areal rund um Skaugum stand in den vergangenen Monaten ohnehin immer wieder im Zentrum heftiger medialer Schlagzeilen. Nur wenige Schritte von den nun angebotenen Mietobjekten entfernt befindet sich jenes rote Wohnhaus, das durch die juristischen Auseinandersetzungen um Marius Borg Høiby bundesweit Bekanntheit erlangte. Die Tatsache, dass sich dieses Gebäude in unmittelbarer Nähe befindet, sorgt in der norwegischen Öffentlichkeit für zusätzlichen Diskussionsstoff und lässt die neuen Vermietungen in einem noch brisanteren Licht erscheinen. Für diejenigen, die es etwas kompakter mögen, hält das Anwesen jedoch noch eine weitere Überraschung bereit: Etwa 200 Meter vom eigentlichen Haupthaus entfernt wird eine moderne, kompakte Zweizimmerwohnung angeboten. Auf gemütlichen 42 Quadratmetern bietet sie einen eigenen Eingang, eine nagelneue Küche sowie einen festen Stellplatz. Die monatliche Miete für diese kleinere Einheit liegt bei moderaten 11.500 norwegischen Kronen. Beide Mietverträge sollen offiziell Anfang September beginnen und vorerst bis Ende August 2029 befristet sein, was bedeutet, dass sich die künftigen Mieter auf einen mehrjährigen Aufenthalt in einem der wohl exklusivsten Wohnumgebungen ganz Skandinaviens einstellen können.
In der royalen Beobachterszene brennt den Experten vor allem eine drängende Frage unter den Nägeln: Wer hat dieses größere Haus eigentlich vor Kurzem noch bewohnt? Hartnäckigen Gerüchten zufolge soll eines der nun vakanten Objekte zuvor von Prinz Sverre Magnus genutzt worden sein, dem jüngeren Sohn von Haakon und Mette-Marit. Der norwegische Hof hielt sich zu dieser Spekulation bislang jedoch bedeckt und lehnte eine offizielle Bestätigung ab. Da der junge Prinz jedoch im Herbst ein weiterführendes Studium in Europa aufnehmen wird, halten sich die Vermutungen in der Presse hartnäckig. Auch die zuständige Immobilienmaklerin hüllt sich in beharrliches Schweigen und wahrt die Diskretion, die man von Geschäften im Dunstkreis des Königshauses schlichtweg erwartet.

Ein weiterer Punkt, der in Norwegen für kritische Stimmen sorgt, ist die finanzielle Komponente des Ganzen. Wie viel Geld verdient Kronprinz Haakon eigentlich genau mit den Vermietungen auf seinem privaten Anwesen? Bekannt ist, dass die Wohnungen über sein persönliches Einzelunternehmen verwaltet und vermietet werden. Konkrete Einblicke in die tatsächlichen Einnahmen gibt es jedoch kaum, da das norwegische Recht vorsieht, dass Einzelunternehmen ihre Jahresabschlüsse nur in sehr eingeschränktem Maße veröffentlichen müssen. Dadurch bleibt im Verborgenen, welche astronomischen Summen letztendlich in die königlichen Kassen fließen. Ein Umstand, der bereits in der Vergangenheit von Medien und Kritikern mehrfach bemängelt wurde, da Transparenz bei Immobilien im Umfeld der Monarchie stets ein sensibles Thema ist.
So führt eine scheinbar ganz gewöhnliche Wohnungsanzeige plötzlich dazu, dass das gesamte Land über die Grenzen von Privatheit, königlichen Privilegien und geschäftlichen Aktivitäten des Thronfolgers diskutiert. Zwischen exklusivem Wohnen, dem Hauch von Geschichte und den offenen Fragen rund um die Nutzung des Anwesens zeigt sich einmal mehr, wie ungebrochen die Faszination der Menschen für das norwegische Königshaus ist. Ob sich wohl geeignete Mieter finden werden, die den Mut aufbringen, Tür an Tür mit Kronprinz Haakon zu leben? Die kommenden Wochen werden zeigen, wer das Rennen macht und in dieses royale Abenteuer startet.